Zeulenroda Meeting 2015

Bei bestem Leichtathletikwetter zeigten sich am 10. Juli 2015 zum Zeulenroda Meeting viele Topathleten der nationalen Bestenlisten und auch Sportler aus zehn internationalen Verbänden von vier Kontinenten im Zeulenrodaer Waldstadion. In Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften nutzen die Athleten die Wettkämpfe für einen letzten Test vor dem nationalen Vergleich und auch zur Normerfüllung für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft Ende August in Peking.

Besonders stark besetzt waren in diesem Jahr die Sprintwettbewerbe. In der Männerkonkurrenz über die 110m Hürden zeichnete sich bereits im Vorlauf ein spannendes Rennen ab. Am Start waren unter anderem Alexander John, der seine Laufbahn beim TSV Zeulenroda begann und der Geraer Erik Balnuweit. Beide zählen zur nationalen Spitze im Hürdensprint. Als klarer Favorit auf den Sieg beendete Alexander John seinen Vorlauf in Bestzeit. Im Finale, das aufgrund einer Verletzung jedoch ohne den gebürtigen Zeulenrodaer stattfand, überraschte dann der Niederländer Sedoc Gregory. Mit neuer Saisonbestleistung von 13,56s gewann er die 110m Hürden und verwies Erik Balnuweit und Maximilian Bayer vom SC DHfK Leipzig auf die Plätze.

Auch die niederländische Sprinterin Jamile Samuel war in Zeulenroda-Triebes erfolgreich und holte sich sowohl über die 100 als auch die 200 Meter den Sieg. Mit neuem Stadionrekord von 23,04 Sekunden (200m) hat die Niederländerin auch für die zukünftigen Meetings eine neue Maßgabe gesetzt.

Die 100 und 200 Meter der Männer wurden bereits im Vorfeld mit Spannung erwartet. Der Deutsche Meister und Rekordhalter über die 100m, Julian Reus, hatte sich nach überstandener Verletzungspause für seinen Start beim Zeulenroda Meeting einiges vorgenommen. Die WM fest im Blick, galt es für ihn noch die Normen zu erfüllen. Mit seinem Vorlauf über die 100m war Reus dafür auf einem guten Weg. 10,07 Sekunden hätten locker gereicht, wäre da nicht der zu große Rückenwind gewesen. Im Finallauf hatte der Erfurter, der aktuell für den TV Wattenscheid startet, seine zweite Chance, die er jedoch knapp um drei Zehntel verpasste. Zum Sieg und für einen neuen Stadionrekord von 10,19s reichte es trotzdem und ihm blieb noch das Rennen über die 200m. Mit 20,49s machte er hier nicht nur einen weiteren Sieg perfekt, sondern knackte neben dem Stadionrekord auch die Normvorgabe des DLV.

Als weiterer Höhepunkt fand zum Meeting wie im Vorjahr das Hammerwerfen der Frauen statt. Mit Betty Heidler, Kathrin Klaas und Carolin Paesler traten die ersten drei der nationalen Bestenliste in den Ring. Überraschend eindeutig mit 6 Metern Vorsprung gewann schließlich Betty Heidler. Die deutsche Nummer eins katapultierte den Hammer auf eine Weltklasseweite von 75,46m und holte sich damit den, von ihrer Vereinskollegin Kathrin Klaas, erst im Vorjahr aufgestellten Stadionrekord zurück.

Für einen weiteren Rekord im Waldstadion des TSV Zeulenroda sorgte der japanische Hochspringer Takashi Eto. Bereits einen Monat zuvor gewann der Japaner bei den Asiatischen Meisterschaften mit einer Höhe von 2,24m unverhofft Gold und schlug dabei unter anderem den Führenden der Weltrangliste, Mutaz Essa Barshim aus Katar. Auch in Zeulenroda hielt er die Konkurrenz souverän auf Abstand. Nachdem er mit übersprungenen 2,21m einen neuen Stadionrekord aufstellte, ging er erneut die 2,24m an. Diesmal wollte die Stange allerdings nicht liegen bleiben.